Gabi Blum „Making of Kösk Korridor“, Videostill, 2016


Gabi Blum


Atelier 3

 

Gabi Blum schafft mit ihren performativen Interventionen Sehnsuchtsorte. Sie verbindet begehbare Installation, Performance, Malerei und Videokunst. Dafür übersetzt sie Bilder, die unserem popkulturellen Bildgedächtnis entliehen sind in dreidimensionale Kulissen und interpretiert diese durch ihr Einwirken neu. Meist ist es sie selbst, die sich in diesen Einbauten inszeniert, aber auch Künstlerkollegen werden als Protagonisten in die Szenerien miteinbezogen. Die Trennlinie zwischen Realität und Inszenierung ist dabei hin und wieder so fein, dass der Betrachter sich ebenso als Teil der von der Künstlerin vorgegebenen Situation wiederfinden kann. Blum legt in ihren rohen Reinszenierungen von Räumen und Bildern ihren Arbeitsprozess offen, die Flüchtigkeit des Werkes wird durch die Gleichzeitigkeit von Produktion und Aktion offensichtlich. Die von Blum entwickelten theatralen Aktionen haben zumeist Ritualcharakter, so findet sie immer wieder neue Formen für chorisch zelebrierte Untergangs- und andere Chaosszenarien, daneben aber auch ironisierte Bilder für die klischeehafte Wahrnehmung der Frau beispielsweise als Sekretärin, Modell, Cowgirl, Schlangenfrau oder Showgirl.

Gabi Blum (*1979 in Michelstadt) lebt und arbeitet in München. Nach dreijähriger Ausbildung an der Designschule München und Tätigkeit als Graphikdesignerin studierte sie von 2008 bis 2014 Bildhauerei an der AdBK München bei Prof. Stephan Huber, der sie zu seiner Meisterschülerin ernannte. 2011 war sie Teil der Projektklasse des Gastprofessors Schorsch Kamerun an der AdBK München. Zu ihrem Diplom im Februar 2014 entwickelte sie ein Reenactment eines Gemäldes von Edward Hopper: ROOM WITHOUT A VIEW / TOUCH HOPPER. Im selben Jahr realisierte sie die begehbare Installation Gabi’s Saloon Trilogie in der Galerie FOE 156, München. 2015 erhält Gabi Blum den Bayerischen Kunstförderpreis sowie die Debütantenförderung des Freistaates Bayern. Ihre Arbeiten waren u.a. in folgenden Ausstellungen vertreten: full size original, zusammen mit Susi Gelb, Kunstarkaden, München (2015), Zimmer frei, Hotel Mariandl, München (2013), II: NA-EN-DE-NA-EN-DE-NA-WI-DA: II, zusammen mit Anna McCarthy, Schaustelle an der Pinakothek der Moderne, München (2013), First we take Manhattan, Rathausgalerie, München (2013), LOVE BAZON HATE BROCK, Kreuzberg Pavillon, Berlin (2013), BELGRADEMUNICH, Galerija Flu, Belgrad & Weltraum, München (2013), VACANCY / NO VACANCY, Akademiegalerie, München (2012)

 

Julia Maier, 2015

 

 

www.gabiblum.de